Welcher genau? Der “Kuli”? Der kommt aus Hamburg. Oder der 3000er? Der kommt vom Kuli. Besser gesagt von den Schulfreunden und Firmengründern Carl-Wilhelm “Kuli” Edding und Volker Detlef Ledermann. Ihnen haben wir den den weltbekannten Permanentmarker mit schwarzer Kappe im Aluminiumgehäuse zu verdanken. Dabei stammt die deutsche Erfolgsgeschichte ursprünglich aus Japan.

“Edding? So wie dieser Stift? – Ja genau wie dieser Stift.” Der gebürtige Hamburger Carl-Wilhelm “Kuli” Edding hat mit seinem Namen weltweit einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Besser gesagt, mit einem Permanentmarker, und dem gleichnamigen Unternehmen. Alleine war er dabei nicht.

Gemeinsam mit dem Schulfreund Volker Detlef Ledermann wurde 1960 der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt. Weitläufig erzählt wird die Geschichte vom Startkapital von 500 DM und einer einfachen Schreibmaschine.

Edding war früherer Mitarbeiter eines japanischen Schreibgeräteherstellers und macht mit erstmals mit einem importierten Filzschreiber Kontakt. Solche Stifte wurden damals nicht in Deutschland selbst hergestellt. Edding und Ledermann nutzen diese Chance und begannen selbst mit der Produktion. Das war die Geburtsstunde des Edding No. 1.

Auf die Premiere des Permanentmarkers folgte der edding 1200 Fasermaler. Dieser ist bis auf die Kappe unverändert geblieben. Genauso auch der beliebte Einsatz von Edding-Stiften. Von der Beschriftung im Lager und Paketen, über den Grafikbereich und technischen Zeichnern bis zu Künstlern und Street Artists. Das Aushängeschild edding 3000 ist heute einer der bekanntesten Stifte überhaupt.

Carl-Wilhelm Edding zog sich 1986 allerdings aus dem Geschäft zurück und setzte einen Grossteil seines Vermögens in die Stiftung :do, die sich gegen Rassismus und für die Rechte von Migranten stark macht. Seine beiden Töchter sind heute führen die Tradition heute fort.

Ähnlich familiär verblieb die Führung vom Unternehmen edding unter Ledermann. Dieser übergab die Geschäftsleitung 2005 seinem Sohn Per Ledermann, welcher die Firma erfolgreich ins nächste Zeitalter führt.

Edding

Heute ist die Edding AG in über 110 Ländern aktiv und verfügt über zahlreiche Niederlassungen, darunter Griechenland, Argentinien, Frankreich und die Türkei. Neben Europa hat auch der lateinamerikanische Markt einen wichtigen Stellenwert. In der Schweiz wird Edding durch den Generalvertreter Koellmann vertrieben.

Mittlerweile bündeln sich etwa zweihundert verschiedene Marker und Lackstifte unter dem Namen. Zum Unternehmen gehört übrigens auch Legamaster, bekannt für Flipcharts, Whiteboards und E-Learning.

3000 oder 3300 – Was hat es mit den Zahlen auf dem Edding auf sich?

Laut offiziellen Angaben von Edding gar nichts. Denn die verschiedenen Nummerierungen nach dem aufgedruckten Markennamen sollen einzig der internen Klassifizierung helfen.

Der Ofrex Innendienst will dennoch ein Muster erkannt haben. So handelt es sich oft um denselben Stift, allerdings mit unterschiedlicher Stiftspitze. Der edding 500 etwa verfügt über einen kantige Keilspitze. Der 550er hingegen über eine Rundspitze.

Dasselbe Spiel findet sich beim edding 3000er. Da ist die Nummernlogik allerdings umgekehrt. Der 3000er ist jener mit Rund-, der 3300er jener mit Keilspitze.

Welche Spitze war überhaupt zuerst? Mit Blick auf den Edding No. 1 machte die Keilspitze den Auftakt.

Eine hervorragende Übersicht zu allen unterschiedlichen Edding Permanentmarkern mitsamt Farbvariationen findet sich glücklicherweise beim Hersteller.

Edding geht bis unter die Haut

Edding markiert nicht nur Holz, Keramik, Karton, Glas oder heisses Metall. Das Unternehmen ergründet auf der Suche nach neuen Anwendungsbereichen seiner Farbe auch den menschlichen Körper.

Seit einigen Jahren schreibt Edding nicht nur auf Lack, sondern bietet auch Lackfarbe an. Für aufpolierte Fingernägel natürlich. edding L.A.Q.U.E ist nicht nur High-Gloss und kratzresistent, sondern verzichtet auch vollkommen auf schädliche Inhaltsstoffe. Der markenbekannte Kappendeckel ist natürlich auch hier vorzufinden.

Und seit 2000 finden sich Einwohner und Besucher von  Hamburg möglicherweise auch im Chilehaus unter der Nadel. Denn die Stadt ist das Zuhause des ersten Tattoostudios von edding. Die Farben wurden von der Marke eigens in Deutschland entwickelt und produziert. Für den Fall, dass Permanentmarker doch nicht vollends haften bleibt. Vielleicht wird wenigstens mit dem edding 404 vorgezeichnet?

Sprung zur digitalen Markierung

Im Vergleich zu vielen klassischen Stifteproduzenten scheint es Edding mit der Digitalisierung ernst zu sein. Und so hat das Deutsche Unternehmen einen Weg gefunden industrielle Markierung auch ohne den Stift anzubringen. Edding Tech Solutions bietet einen Kompaktdrucker für Kennzeichnungslösungen in der Industrie 4.0 an.

Die in Deutschland hergestellten Geräte sind als portable wie auch installierbare Variante erhältlich. Zielanwendungsbereich sind unter anderem die Lebensmittelproduktion, Automobilindustrie oder der Rohstoffhandel.